Wer war das? Oder der gute Umgang mit Fehlern

Zahlreiche Unternehmen sprechen von einer positiven Fehlerkultur oder schreiben in Leitbildern Sätze wie „Bei uns dürfen Fehler gemacht werden“. In der Realität sieht dies häufig ganz anders aus. Passiert ein Fehler, wird nach einem Schuldigen gesucht. Hand aufs Herz, haben Sie sich nicht auch schon das ein oder andere Mal gefragt „wer war das“? Und Sie wollten unbedingt von Ihrem Mitarbeitenden wissen warum denn der Fehler passiert sei. Mal ehrlich, das bringt Sie kein bisschen weiter. 

Wird ein Fehler nicht vernünftig besprochen, sondern lediglich Kritik am Mitarbeitenden geübt,

  1. versteht dieser nicht, was er falsch gemacht hat
  2. sind ihm möglicherweise Tragweite und Auswirkung des Fehlers nicht bewusst
  3. weiß er nicht, wie er den Fehler in Zukunft vermeiden kann

Im Kern betrachtet enthält jeder Fehler eine wichtige Botschaft. Im (Führungs-)Alltag ist es häufig so, dass wir diese Botschaft oder gemachte Erfahrung nicht gut genug anschauen. Denn oft mangelt es an der Zeit bzw. wir nehmen uns diese nicht, vielleicht auch, da wir nicht genau hinschauen möchten. Dabei ist gerade der Umgang mit den eigenen Fehlern oder den Fehlern anderer im Kontext der Führung und Selbstführung wichtig.

Nehmen Sie sich Zeit, um über eigene Fehler und Fehler von Mitarbeitenden nachzudenken

Untenstehend ein paar hilfreiche Fragen für die Reflektion:

In der Selbstführung

Bitte betrachten Sie die Situation aus der Vogelperspektive

  • Wozu hilft mir der gemachte Fehler jetzt?
  • Was habe ich daraus gelernt?
  • Was will mir die Situation sagen? Was hat geFEHLT?
  • Was will mir der Fehler (bei mir oder beim Mitarbeitenden) sagen?

In der Mitarbeiterführung

Anstatt sich beim nächsten Fehler unbeteiligt zu fragen, wer denn der Schuldige ist, schauen Sie zuerst in den Spiegel und fragen Sie sich

  • Was hat die Situation mit mir zu tun? 
  • Welchen Anteil habe ich daran, dass der Fehler passiert ist? 
  • Hat eventuell eine klare Anweisung, eine Schulung, eine Info gefehlt?

 

Gehen Sie lösungsorientiert vor:

 

Fragen Sie also nicht „Warum ist das passiert?“, sondern „Wie können wir / Sie gewährleisten, dass der Prozess sicherer wird?“ Diese lösungsorientierte Frage gehört aus meiner Sicht in jeden Methodenkoffer einer wirksamen Führungskraft.

Viel Erfolg beim Umsetzen!