5 Fragen an Mathias Haas

1. Der Mittelstand in Baden-Württemberg hat derzeit noch überwiegend volle Auftragsbücher und schafft es vor lauter Tagesgeschäft kaum, Geschäftsmodelle auf ihre Zukunftsfähigkeit hin zu hinterfragen und Trends zu verfolgen. Welche Trends beeinflussen aus Ihrer Sicht die Arbeitswelt in Deutschland?

Es gibt drei große Trends. Einer ist der demographische Wandel. Ältere Menschen gehen nachweislich weniger Risiken ein, sie haben statistisch gesehen ein älteres Wissen, denn ihre Schul- und Ausbildungszeit liegt schon einige Zeit zurück. Diese zwei Faktoren prägen uns sehr massiv und die wenigsten Unternehmen erkennen das, da sie beispielsweise in Oberschwaben, im Schwarzwald oder in Kassel ansässig sind und keine Gelegenheit haben, international über den Tellerrand zu schauen.

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5 Fragen an Walter Kohl

1. Sie waren selbst Unternehmer im Bereich Automobilindustrie. Wie gelingt es, in einem solchen zahlengetriebenen Umfeld menschlich zu bleiben?

Von Alfred Herrhausen stammt ein Gedanke, den ich gerne als Leitbild verwende: „Ohne Wirtschaftlichkeit schaffen wir es nicht, ohne Menschlichkeit ertragen wir es nicht“. Die Herausforderung ist, zwischen diesen Polen die jeweils der Situation angemessene Dosierung zu finden. Gerade in einer technikgetriebenen, wettbewerbsintensiven Branche wie der Automobilindustrie ist der Mensch entscheidend, sein Fachwissen, sein Engagement, seine Sorgfalt und seine Zuverlässigkeit. Führen in einem solchen Umfeld verlangt Vorbild, man muss die eigenen Erwartungen an seine Mitarbeiter als Chef persönlich vorleben. Dazu braucht es persönliche Kraftquellen. Für mich heißen diese vor allem Sinn und die Fähigkeit, auch einseitig meinen inneren Frieden mit situativem Ungemach, Lügen oder Druck zu schließen.

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Die Unternehmenskultur entscheidet maßgeblich über wirtschaftlichen Erfolg

Neben der Bindung zum Unternehmen entscheidet laut Gallup Engagement Index 2018 die Unternehmenskultur maßgeblich über den wirtschaftlichen Erfolg. Dabei zahlt sich Agilität doppelt aus. Sie verbessert einerseits die künftige wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit, da Unternehmen schneller handeln, effizienter arbeiten und mutiger sind, Neues zu wagen. Andererseits haben Arbeitnehmer aus agilen Unternehmen auch eine höhere emotionale Bindung. In agilen Unternehmen sind 43 Prozent der Befragten emotional stark gebunden, während es bei nicht agilen Unternehmen nur sechs Prozent sind. Insbesondere in Zeiten von Fachkräftemangel und dem radikalen Wandel der Arbeitswelt ist die emotionale Bindung nicht zu unterschätzen. Des Weiteren haben 71 Prozent der Mitarbeiter in agilen Unternehmen ein höheres Vertrauen in die finanzielle Zukunft ihres Unternehmens im Vergleich zu 39 Prozent in nicht agilen Unternehmen. Laut Gallup Engagement Index führt Agilität zu Wettbewerbsvorteilen. Unternehmen, die auf einen agilen Mindset, agile Arbeitsprozesse sowie moderne Arbeitsmittel setzen, scheinen auch wirtschaftlich erfolgreicher zu sein als ihre Konkurrenz.

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5 Fragen an Dr. Kaduk

 

1. Herr Dr. Kaduk, was ist ein Musterbruch?

Ein Musterbruch ist weit mehr als zur Schau getragenes Querdenken, das momentan unglaublich in Mode ist. Bei einem Musterbruch geht es darum, substanziell die Dinge anders anzugehen. Das heißt, das Spiel zu verändern, ohne jedoch das Spielfeld gänzlich zu verlassen. Ein Musterbruch beginnt mit einer sehr verbindlichen Reflexion und dem Erkennen von Mustern, in denen man – als Einzelner und als Unternehmen – gefangen ist. Diese Reflexion verdeutlicht einem zunächst einmal die eigenen Muster. Danach stellt man sich die Frage, welche Nebenwirkungen diese Muster mit sich bringen. Manchen Mustern, gerade in Unternehmen, folgt man, weil sie auf den ersten Blick für Professionalität stehen. Doch welche Nebenwirkungen bringt klassische Professionalität mit sich? Mit „leisem Mut“ werden dann, häufig im Verborgenen, Dinge ausprobiert und Experimente gewagt. Unserer Auffassung nach sind Experimente die klügeren Projekte. Sie beginnen mit einer Hypothese, die daraufhin auf die Probe gestellt wird. Ein Musterbruch ist weder ein kopfloses Reinspringen in etwas, noch geht es darum, auszusteigen.
Zur Verdeutlichung ein praktisches Beispiel. Die Firma Allsafe in Engen hat vor einiger Zeit eingeführt, dass für nichts mehr eine zweite Unterschrift erforderlich ist. Die Überlegung dahinter: Sobald beispielsweise ein Sechs-Augen-Prinzip zu befolgen ist, hat das Thema Eigenverantwortung im Grunde keine Chance. Denn unterschwellig wird den Menschen durch eine solche Regel signalisiert, dass ihrem Handeln doch nicht zu 100% getraut wird. Indem nur noch eine Unterschrift erforderlich ist, wurde bei Allsafe eine Struktur geschaffen, in der Eigenverantwortung zwar nicht garantiert werden kann, jedoch eine deutlich höhere Chance hat. Und da man nicht theoretisch vorentscheiden kann wie Menschen mit gewährtem Freiraum umgehen, muss man ein Experiment starten.

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Wer war das? Oder der gute Umgang mit Fehlern

Zahlreiche Unternehmen sprechen von einer positiven Fehlerkultur oder schreiben in Leitbildern Sätze wie „Bei uns dürfen Fehler gemacht werden“. In der Realität sieht dies häufig ganz anders aus. Passiert ein Fehler, wird nach einem Schuldigen gesucht. Hand aufs Herz, haben Sie sich nicht auch schon das ein oder andere Mal gefragt „wer war das“? Und Sie wollten unbedingt von Ihrem Mitarbeitenden wissen warum denn der Fehler passiert sei. Mal ehrlich, das bringt Sie kein bisschen weiter. 

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Abenteuer & Wissen: Nelson Mandela – Ein Leben für die Freiheit

Kennen Sie Rolihlahla? Das ist der Geburtsname einer der größten Führungspersönlichkeiten unserer Zeit. Nelson Rolihlahla Mandela (1918 – 2013) gilt als Ikone Südafrikas.

Aufgewachsen in einem armen Umfeld war er Viehirte, Rechtsanwalt und Freiheitskämpfer. Mehr als 27 Jahre war Nelson Mandela inhaftiert und schaffte es trotz schwierigster Bedingungen, sich für die Rechte der Schwarzen einzusetzen. Nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis wurde er der erste schwarze Präsident Südafrikas und setzte in seinem unermüdlichen Kampf gegen die herrschende Rassentrennung geschichtliche Meilensteine für eine ganze Nation.

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5 Fragen an Michael J. Kolodziej

Was bedeutet für Sie Führung?

„Leader sollten führen, soweit sie können – und sich dann in Luft auflösen. Die Asche sollte nicht das Feuer ersticken, das sie entzündet haben.“ H.G. Wells

Schon immer sahen sich Führungskräfte auf allen Ebenen und in allen Sektoren mit Herausforderungen und Veränderungen konfrontiert. Und nie konnten sie ihnen mit den Denk- und Verhaltensmustern der Vergangenheit beikommen. Deshalb war und ist ein Umdenken notwendig und muss ein zeitgemässer Ansatz entwickelt werden. Führung im Sinne der Lernwege der Zukunft bedeutet, widerstrebende Interessen mit- und untereinander zu verbinden. Nicht das Eigeninteresse ist damit gemeint, sondern das ehrliche Interesse am anderen und seiner Entwicklung. Wer sich mit Führung auseinandersetzt, sollte sich zuerst mit der Frage nach dem Wesen des Menschen befassen. Und damit landet jeder Mensch zuerst bei seinem eigenen Menschsein. Fragen, wie erschließe ich für mich neue Quellen oder noch allgemeiner, wie sollte der Mensch in der heutigen Zeit sich um sein Menschsein bemühen, um in der Zukunft die wartenden Gestaltungsaufgaben wahrzunehmen? Diese notwendige Selbsterkenntnis führt dann zu einem individuellen Erkenntnisweg. Gemeinsam mit anderen wird aus dieser Haltung heraus eine neue Zusammenarbeits-, Führungs- und auch Unternehmenskultur geschaffen.

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