Corona als Make-Up-Entferner

Wie geht es Ihnen nach fast sechs Monaten Leben mit der Corona-Pandemie? Anfangs waren viele von uns – auch ich – überzeugt, dass dies ein Zustand ist, der bald wieder vorbei ist.

In meinem Artikel „Selbstführung in schwierigen Zeiten“ hatte ich das Thema Emotionen bereits angesprochen. Nochmals möchte ich Sie fragen. Wie fühlen Sie sich gerade? Wie geht es Ihnen tatsächlich? Und warum geht es Ihnen so wie es Ihnen geht? Das ist in diesen Zeiten eine elementare Fragestellung. Inwieweit lassen Sie diese zu?

Häufig halten wir im (Führungs-)Alltag unsere wahren Gefühle unter Verschluss und möchten diese teilweise auch gar nicht bewusst wahrnehmen. Wir blenden sie einfach aus, weil es vermeintlich bequemer ist und weil wir nach außen hin stark wirken möchten. Dabei liegt gerade im Hinschauen die Entwicklungschance, die uns diesen Zeiten bringen.

Genau hinschauen, in uns reinhören und offenlegen wie es uns geht. Stellen Sie sich vor Sie stehen vor dem Spiegel und entfernen mit einem Wattepad Make-up. Gleich des Make-ups, das weicht, wischt Corona derzeit das Offensichtliche weg und legt unsere wahren Emotionen frei. Es lohnt sich, genau darauf zu schauen, welche Gefühle zutage kommen, auch wenn es Zeit kostet und Mut erfordert.

Warum ist das genaue Hinschauen für Sie als Führungskraft so wichtig?

Es gibt Ihnen Klarheit über sich und über Ihren emotionalen Zustand. Und dieser Zustand der Klarheit ist es, der Führung wirksam macht. Wenn Sie wissen, wo Sie aktuell stehen und wie sich fühlen, lernen Sie sich Stück für Stück besser kennen und schärfen so Ihre Empathiefähigkeit. Was bringt Ihnen das konkret? Sie können besser auf Ihre Mitarbeitenden eingehen. Und das verbessert Ihre Beziehung zueinander. Indem Sie Ihre emotionale „ungeschminkte Wahrheit“ kennen und entsprechend agieren, verbessern Sie Ihre Wirkung. Denn es macht Sie authentischer.

Zusammengefasst:

  1. Entfernen Sie in regelmäßigen Abständen Ihr „Make-up“ und legen Sie Ihr Inneres offen
  2. Trauen Sie sich, hinter die Fassade zu schauen
  3. Schauen Sie, inwieweit die Erkenntnisse Ihr Handeln beeinflussen und sich in Ihren Führungsalltag übertragen lassen können
  4. Fragen Sie sich: „Was hat mein emotionaler Zustand für eine Auswirkung auf meine Führungsarbeit?“

Viel Erfolg damit!